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25. Juni 2010

Update: Seilschussbolzen

Die Entwicklung geht weiter!

Im vergangenen Jahr habe ich hier im Blog eine Bauanleitung für Seilschussbolzen veröffentlicht. Seit dieser Zeit haben wir einige Baumklettercaches gemacht, bei denen die Armbrust mit den Bolzen zum Einsatz kam. Alles in Allem ist das eine feine Sache. Nachdem wir das Visier mit einigen Probeschüssen richtig justiert haben, reichen meist 1 oder 2 Versuche, bis das Seil an der richtigen Stelle liegt. Die Seileinbauzeit hat sich dadurch doch sehr verkürzt. Bewährt haben sich auch die unterschiedlichen Materialien (Gewichte) der Bolzen, mit denen wir die Schusshöhe steuern können.

Aber es haben sich auch noch Schwachstellen der Bolzenkonstruktion gezeigt, die wir jetzt verbessert haben. Wichtigste Änderung ist die Versetzung des Schlüsselringes vom Ende des Bolzens nach vorne - direkt hinter den Golfball.

 Bei der hinteren Befestigung kam es schon mal zu Seilabreissern, da der Ring mit dem Seil unter der Visierbrücke hindurch beschleunigt wurde und es an den Kanten zur Beschädigung der Pilotschnur kam. Durch die Verlegung der Befestigung nach Vorne ist dieses Problem behoben. Der 2. Vorteil dieser Änderung ist, dass wir jetzt einen größeren, stabileren Schlüsselring benutzen können, der mehr Zug aushält, wenn sich der Bolzen mal im Geäst verhakt hat.

Ebenfalls geändert wurde der Nocken am hinteren Ende des Bolzens. Dort hatten wir, um die Schußsehne am Metall nicht zu beschädigen, einen IKEA-Bleistift eingebaut. Das hat auch grundsätzlich funktioniert, jedoch ist der Graphit-Innenteil etwas weich. Als Ersatz haben wir jetzt Holzdübel verwendet. Diese gibt es in verschiedenen Durchmessern und Größen im Baumarkt an der Kleinteilewand und sie werden normalerweise für die Möbelmontage benutzt.

Alle Änderungen werden jetzt wieder im harten Outdooreinsatz getestet. Sollten sich weitere Verbesserungen ergeben, gibt`s hier wieder ein Update. 

13. Juli 2009

Update zur Bauanleitung der Seilschussbolzen

Gestern war es endlich soweit, der erste Einsatz "in the wild" unserer selbstgebauten Armbrustbolzen zum Seileinbau stand an. Gut, wir hatten bereits einen Test auf der grünen Wiese gemacht, der erfolgversprechende Ergebnisse lieferte, aber evtl. Schwächen erkennt man erst im wirklichen Einsatz. Als Einsatzort stand der "Buchen sollst Du suchen (eins)" an, wo wir bereits früher 2 Fehlversuche hatten, das Seil auf dem Baum zu bekommen.

Trotz aller Unkenrufe im Forum, hat es gut geklappt und die Bolzen haben sich voll und ganz bewährt. Uns sind weder Pfeilsplitter um die Ohren geflogen, noch ist der Bogen gebrochen. Es hat einfach nur so funktioniert, wie es sollte.
Nachstehende Höhen haben sich im Praxiseinsatz mit angehängter Schnur ergeben:

Bolzen Messing-Vollmaterial 240 g: Höhe ca. 12 m (Für niedrigere Bäume geeignet. Vorteil: bessere Zielmöglichkeit in engen Gabeln, als bei Wurf von Hand)

Bolzen Messing-Rohr 100 g: Höhe ca 20 m (Für mich gestern der Bolzen der Wahl. Das Seil hat jeweils sehr schnell an der passenden Stelle gesessen)

Bolzen Alu-Rohr ?? g: Für noch größere Höhen (Den werde ich irgendwann mal noch bauen. Bislang komme ich mit den beiden anderen Gewichten aus)

Da aber auch das Gute immer noch verbessert werden kann, empfehle ich, anstatt der eingefeilten Kerbe, fertige Kunststoffnocken (VPE 12 St.= 5 €) zu verwenden. Bei der gefeilten Variante könnte die Bogensehne evtl. mal Schaden nehmen. Die 2. Veränderung betrifft die Visierbrücke der Armbrust. Hier werde ich rechts und links noch ein Stück aufgeschnittenen Schlauch, zum Schutz der Pilotschnur, ankleben.
Sollten sich zukünftig noch Neuerungen ergeben, gibts hier ein Update.

27. Juni 2009

Bauanleitung: Armbrustbolzen zum Seileinbau

Um bei T5-Caches, die ausserhalb der Wurfsack-Reichweite sind, die Pilotschnur auf den Baum zu bekommen, sind Hilfsmittel gefragt. Wir benutzen, je nach Location, entweder eine Schleuder oder eine Armbrust. Da die Standard-Schussbolzen der Armbrust hierfür nicht geeignet sind (zu leicht und zuviel "Bumms"), haben wir uns selbst etwas gebaut. Da eine Armbrust im Gegensatz zum Bogen immer die gleiche, hohe Sehnenspannung aufweisst, bleibt als Möglichkeit der Schusshöhenregulierung nur das Bolzengewicht. Wir haben deshalb sowohl Vollmaterial, als auch Röhrchen benutzt und können durch die Wahl des passenden Bolzens die Schusshöhe in einem gewissen Umfang beeinflussen.

Materialliste:

Messing-Vollstab, bzw. Messingrohr 8 mm Durchm., Golfball, Schlüsselring, evtl. Epoxydharz

benötigtes Werkzeug:

Metallsäge, Feile, Bohrmaschine, Bohrer 3 mm u. 6 mm (8 mm), evtl. Gewindeschneider u. Gewindebohrer, Hammer

Anleitung:

Zuerst wird der Messingstab auf die passende Länge abgesägt. Die Bolzenlänge muss etwas länger als die Führungsschiene der Armbrust sein, da vorne ja der Golfball noch angebracht wird. Bei unserer Armbrust passen 46 cm lange Bolzen. Der nächste Schritt ist Material- und Werkzeugabhängig. Wer ein Gewindeschneidset zur Hand hat (die Schrauber), dreht ein M8er-Gewinde auf das eine Ende des Stabes. Wer keins hat (die Kleber),  rauht die Oberfläche am Stabende ca. 3 cm lang an.  

Danach kommt der Golfball an die Reihe. Jetzt wird der Ball angebohrt. ACHTUNG: nicht durchbohren und gerade bohren!  Die "Schrauber", bohren ein 6 mm Loch, die "Kleber" eins mit 8 mm.  Anschließend drehen die "Schrauber" mit dem M8-Gewindebohrer ein Gewinde in das 6 mm- Loch (ja, das funktioniert) und schrauben den Ball auf den Stab. Die "Kleber" mischen etwas Epoxydharz an und geben es ins Bohrloch. Dann den Messingstab einkleben und aushärten lassen.

Im nächsten Schritt machen wir die Kerbe für die Schußsehne und auch noch die Seilbefestigung. Den Bolzen einspannen und mit der Metallsäge das Bolzenende mittig einsägen.  Anschließend den Sägeeinschnitt mit einer passenden Pfeile zur Kerbe erweitern. Bitte sauber entgraten, damit die Schußsehne nicht beschädigt wird. Jetzt wird noch das Loch für die Seilbefestigung der Pilotschnur gebohrt. Die richtige Bohrstelle ist 10 cm von der Kerbe entfernt und in der gleichen Richtung, wie die Kerbe. Mit dem 3 mm-Bohrer vorsichtig durchbohren und dann den kleinen Schlüsselring einfädeln. Das war`s.

Eine Besonderheit ist bei der Verwendung von Röhrchen, anstatt Vollmaterial zu beachten. Hier ist die Wandstärke zu dünn, um noch ein Gewinde schneiden zu können. Es muss also geklebt werden. Um in das eine Ende eine Kerbe schneiden zu können, muss das Röhrchen in diesem Bereich gefüllt werden. Hier hat sich wieder einmal der IKEA-Bleistift bewährt. Mit dem Hammer etwa um die Hälfte einschlagen, den Rest sauber absägen. Schon kann die Kerbe erstellt werden.

Wir können natürlich keine Haftung für diese Anleitung übernehmen - wünschen aber viel Erfolg beim Nachbau. Bei uns funktionieren die Selbstbaubolzen! 

Gruß Team Aikidoka