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9. Dezember 2010

Schulterblick (Teil 1)

Wieder steht ein Cacherjahr kurz vor dem Final und es ist Zeit, mal den Schulterblick zu wagen. Was hat sich in der Siegerländer Cacherszene so getan? Wohin geht die Entwicklung?

Ganz klar, hat sich das Geocaching auch bei uns zur Massenbewegung hin entwickelt. Berichte im TV und den Printmedien haben ihren Beitrag dazu geleistet. Die Geräte sind leistungsfähiger und preiswerter geworden, was sicher zu derer Verbreitung geführt hat. Außerdem liegt die Freizeitgestaltung in der Natur (Wandern z.B. boomt auch) voll im Trend. All dies hat dazu beigetragen, dass Geocaching zweistellige Zuwachsraten hat.

Als ich 2003 mit dem Cachen begonnen habe - ja ich bin einer der dienstältesten Cacher im Siegerland - gab es gerade mal eine handvoll Caches und auch Cacher. Man traf im Wald eigentlich nie jemanden, der auch mit dem GPS unterwegs war. Das ist heute anders. Da gerät der Publish eines neuen Tradies schon mal zum Großevent. Die Entwicklung zur Massenbewegung bringt auch Gegner auf den Plan. Jäger und Forstbesitzer sind überhaupt nicht begeistert und haben sich teilweise bereits organisiert, mit einem GC-Account versorgt und gehen gegen die Dosen in ihrem Revier vor. In anderen Bundesländern wird in der Politik schon über ein nächtliches Waldbetretungsverbot diskutiert. In dieser Richtung wird sicher etwas kommen. Die Jäger haben da einfach die bessere Lobby.

Eine weitere Entwicklung ist die Punktejagd. Möglichst schnell das Punktekonto voll zu bekommen ist das Ziel. Leider mit negativen Folgen für die Cachequalität. Da werden Tradies im 160 m-Abstand in die Landschaft geworfen, anstatt einen Multi daraus zu machen - aber der gäbe ja nur einen Punkt. Da wird der lokale Stausee mit 25 Dosen zugeworfen, obwohl es dort schon 2 Multirunden auf der exakt gleichen Strecke gibt.

Ich habe nichts gegen Tradies, es sind auch in diesem Jahr einige schöne herausgekommen - siehe z.B. Jailed - aber leider auch jede Menge Mist. Hoffnungsvolle Neucacher, wie u.A. Betonkopf, gibts jedoch auch und diese haben schöne Caches gelegt. Es gibt sie also noch, die Qualitätscaches.

Interessant ist, zu beobachten, wie die Entwicklung weitergeht. Reguliert sich die ganze Angelegenheit von selbst, weil einige Cacher, nach Abebben der Euphoriewelle, ihr Gerät wieder an den Nagel hängen. Ich denke, dass die schlechten Caches da auch eher förderlich sind.

Teil 2 folgt...